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Auf unseren Seiten finden Sie (wenn wir uns nicht, wie gerade jetzt im argentinischen Monat, mit der lateinamerikanischen Literatur im Ganzen beschäftigen) Informationen zu Leben, Werk und Wirkung des chilenischen Autors Roberto Bolaño. Wir sind ein bunter Zusammenschluss von Journalisten, Schriftstellern, Lehrern, Bibliothekaren, Übersetzern und Buchhändlern. In der Anlage vielleicht vergleichbar mit dem Arno Schmidt Dechiffrier Syndikat, spüren wir den versteckten intertextuellen Referenzen, verschleierten Motiven und undurchsichtigen Zusammenhängen der Romane, Erzählungen und Gedichte Bolaños nach. Mehr...
| Datum | Autor | Beitrag |
|---|---|---|
| 30.06. | Antonio Porchia | "Stimmen"-Twitter-Projektstart |
| 01.07. | Leopold Federmair | Streifzug |
| 02.07. | José Hernández | Der Gaucho Martín Fierro |
| 02.07. | César Aira | Autorenportrait |
| 04.07. | César Aira | Die nächtliche Erleuchtung... |
| 04.07. | César Aira | Die Nächte von Flores |
| 04.07. | César Aira | Verlosung |
| 04.07. | Juan Gelman | Verlosung |
| 05.07. | Antonio di Benedetto | Und Zama wartet |
| 06.07. | Betina Gonzalez | Nach allen Regeln... |
| 07.07. | Carlos Maria Domínguez | Das Papierhaus |
| 09.07. | Ariel Magnus | Autorenportrait |
| 09.07. | Ariel Magnus | Chinese auf dem Fahrrad + Verlosung |
| 09.07. | Ariel Magnus | Interview |
| 13.07. | Ernesto Sabato | Der Tunnel |
| 14.07. | Alan Pauls | Die Vergangenheit |
| 16.07. | Leopold Federmair | Schlachthöfe |
| 17.07. | Alberto Szpunberg | Der Wind ist manchmal wie alle |
| 18.07. | Ricardo Piglia | Brennender Zaster |
| 18.07. | Ricardo Piglia | Künstliche Atmung |
| 19.07. | Pedro Orgambide | Ein Tango für Gardel |
| 23.07. | Tomás Eloy Martínez | Santa Evita |
| 25.07. | Roberto Juarroz | Poesie und Wirklichkeit |
| 27.07. | Claudia Piñeiro | Die Donnerstagswitwen |
| 28.07. | Pedro Mairal | Interview |
| 30.07. | Fabián Casas | Interview |
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Habe versucht, ein Plugin zu installieren, dass Teile der Kommentare mitanzeigt. Aus ästhetischer Sicht eher fragwürdig. Praktikabel?
http://www.litaffin.de/literaturbetrieb/grandios-bola-os-2666-in-der-schaubuehne/
(Dankenswerter Hinweis von Herbert Fraunhoffer auf FaceBook!)
Vgl. hierzu auch: http://www.teatrelliure.com/documents/gires/tour_2666_eng.pdf
So, nach einigen Problemen habe ich es nun geschafft, die URL so einzustellen, dass man die einzelnen Artikel auch mit einer wilde-leser.de Adresse sehen kann…nix mehr mit cloud-gate!
Also fleißig Artikel im Netz verlinken!
Ein kurzes Video des 2666-Theaterstücks vom Februar 2010 in Spanien gibt es hier:
http://www.dailymotion.com/video/xbzi6h_2666-bolano-rigola-fsi-2010-mc93_creation
Danke für den Hinweis! Habe das Video in die Startseite eingebettet!
Mir ist gerade aufgefallen, dass eines der Prosapoeme aus dem von Leopold Federmair angesprochenen Band “Tres” bereits in die Schriftensammlung “Exil im Niemandsland” eingegangen ist. “Spaziergang durch die Literatur” heißt das Gedicht.
Wer gern zuhört und genug Zeit hat, kann die Veranstaltung vom 1. 3.2010 im Literarischen Salon Hannover “Übersetzen am Rande des Weltsinns” mit Christian Hansen und Ulrich Blumenbach über “Unendlicher Spaß” und “2666″ hier mithören:
http://www.literarischer-salon.de/archiv/2010-03-01.html
(Zwei Audio-Dateien rechts oben zum anklicken)
In der Taz vom Wochenende auf Seite 27: “Wieder kommt der Dämon”. Es geht um Ciudad Juarez = Santa Teresa. Interessanter, trauriger Artikel.
Gruß,
A. Gierth
Eine noch bis zum 14. April 2010 laufende Fotoausstellung im Instituto Cervantes in Frankfurt zu Bolaño und Mexiko:
http://fotosiqui.com/eng/category/events/
“Mexico Roberto Bolaño” von Siqui Sánchez auf Flickr:
http://www.flickr.com/photos/siqui/sets/72157608173317489/
Auch in meiner Rezension des jüngsten Buches von Clemens Meyer bei Westropolis (http://www.westropolis.de/leser/stories/60649/main)
konnte ich nicht ganz verleugnen, wie maßstäblich mir inzwischen
Roberto Bolaños “2666″ und z. T. auch seine Erzählungen geworden sind.
Steffen Krautzig hat 2666 gelesen und verweist in seinem Text auch auf diese Website.
http://www.kunstblogbuch.de/2010/04/06/roberto-bolano-2666/
Gibt es außer Roberto Bolaño noch einen weiteren lateinamerikanischen Schriftsteller von Rang, der in den letzten Jahren einem aus Deutschland – wenn nicht sogar wie der fiktive Hans Reiter alias Benno von Archimboldi in “2666″ aus Preußen! – stammenden Künstler ausführlicher sein Augenmerk geschenkt, sein Hauptinteresse bekundet hat?
Mir ist da insbesondere der 1992 geschriebene, 2000 in der deutschen Übersetzung Elke Wehrs erschienene, mit einprägsamen Abbbildungen versehene, große und großartige Essay Mario Vargas Llosas erinnerlich: “Ein trauriger, rabiater Mann / Über George Grosz” (Frankfurt am Main 2000). Der als Georg Ehrenfried Groß am 26. Juli 1893 in Berlin geborene (wie Guiseppe Arcimboldo seinerzeit – alsdann 66 Jahre alt werdende) George Grosz hat seine ersten Jahre in Stolp, einem kleinen Ort in Hinterpommern verbracht (vgl. Mario Vargas Llosa, a.a.O., S.9). In der Welt, wie sie George Grosz aggressiv-realistisch zeichnet und malt, spielen (wie in “2666″!) unter anderem Frauenmorde eine nicht unbeträchtliche Rolle. (Vgl. z. B. das Ölbild “John, der Frauenmörder” auf S.23 und die Federtuschzeichnung “Apachen” auf S.27 sowie die darauf bezogenen eindringlichen Kommentare MVLs auf den Seiten 18f. und 25f.)
Wie seid Ihr auf Roberto Bolaño gestoßen?
Es wäre schön das hier zu erfahren. (Herr Landsberger hat schon mit seinem Kontakt vorgelegt)
Ich habe “2666″ zufällig in der Stadtbücherei Monheim am Rhein entdeckt und fand die Inhaltsangabe interessant genug es mir auszuleihen. Es hat mich dann nicht mehr losgelassen und ich suchte nach weiteren Informationen über Autor und Werk und stieß so auf den Blog “zwei666″. Ab da war es um mich geschehen, auf mein Eingreifen hin wurde in der Bücherei auch “Die wilden Detektive” angeschafft. (Anmerkung: bei 5 Lesern im Haushalt sind wir eher die Bücher-”Ausleiher”, als die -”Käufer”) Dennoch habe ich mir im Nachhinein die “Telefongespräche” und ganz aktuell “Amuleto” angeschafft, bin ich doch im Bolaño-Fieber.
Über diese Seite hier kriege ich jetzt sogar noch weitere Anregungen über ähnliche Schriftsteller und ihr Werk. Danke!
“Chilenisches Nachtstück” (Roberto Bolaño), “Indisches Nachtstück” (Antonio Tabucchi), “Nachtstücke” (E.T.A.Hoffmann), “Die Nachtwachen des Bonaventura” hießen die Eckpfeiler der thematisch-literarischen Reihe, die mir hier (unter Einbezug der spezifischen Nachtmusiken von Field, Chopin, Schumann, Mahler, Schoeck u.a.)unlängst vorschwebte. Durch eine Gespräch-Sendung des DLF mit der Schriftstellerin Barbara Bongartz am letzten Sonntag nun (http://www.dradio.de/aod/html/?broadcast=196860)
kam für mich urplötzlich noch ein anderes mir bisher sträflich unbekanntes Buch hinzu, ein Roman von 814 Seiten, das Erstlingswerk dieser Autorin: ÖRTLICHE LEIDENSCHAFTEN COMPILATIONES (4. Auflage, Berlin 1997). In diesen (mich sehr beeindruckenden) Roman zentral eingewoben sind sage und schreibe 18 Nachtstücke, wie die Erzählungen in getreuer E.T.A.Hoffmann-Tradition auch hier genannt werden.
“Nachtstücke” in der deutschen Gegenwartsliteratur! Das sollte man sich gerade auch in unserem Bolaño-Zusammenhang nicht entgehen lassen!
(Zur viel zu wenig bekannten Autorin Barbara Bongartz vgl. auch: http://www.barbarabongartz.de/)
Leider ist da die Klammer mit in den Link gerutscht. Ohne die Autorin zu kennen, Hinweise von Herrn Landsberger gehe ich gerne nach. Also hier nochmal ohne Klammer:
http://www.barbarabongartz.de/
“Das gewichtigste Ereignis in dieser Zeit ist wohl der frühe Tod des chilenischen Autors Roberto Bolaño im Jahr 2003 gewesen, der seine zentrale Stellung in der Autorengeneration der Jahrtausendwende noch verstärkt hat, so dass er nun zusammen mit Vertretern der Boom-Generation wie García Márquez, Borges und Rulfo zu den »Klassikern« gezählt und in Kolloquien seiner Autorenkollegen als »Wegbereiter einer neuen Literatur« vorgestellt wird.”
aus:
http://lbib.de/Lateinamerikanische-Literaturgeschichte-Michael-Roessner-43127
Ein Märchen von Roberto Bolaño?
Roberto Bolaño: Drei Könige in Blanes. Berenberg 2006. [4]Bl.
http://www.cibera.de/de/result.html?previous=1&sessionid=012710643150&request=full_record&position=1&domain=Dome
@Dietmar Hillebrandt
Bei diesem “Märchen” RBs wird es sich wahrscheinlich um den von Heinrich von Berenberg übersetzten, im Band “Exil im Niemandsland” veröffentlichten, kurzen Text “Weihnachtsmärchen aus Blanes” (Berlin 2008, S.121f) handeln. Man kann dieses Märchen auch als eine moderne Legende lesen; von den drei Königen, von denen nur noch einer weiß ist und mehr als einer nun schwarz.
Heute im New Yorker:
“PREFIGURATION OF LALO CURA”
by Roberto Bolaño:
http://www.newyorker.com/fiction/features/2010/04/19/100419fi_fiction_bolano
Jens
p.s.: Es ist mir doch immer wieder eine sehr angenehme und anregende Überraschung bei den wilden Lesern vorbei zu schauen. Vielen Dank dafür!
@Platero Vielen Dank für den Hinweis! Den New Yorker hatte ich einige Jahre abonniert, bis ich bemerkte, dass mich bei vielen Ausgaben nur noch die Short Story und die Comics interessiert haben. Harper`s und Atlantic Monthly sind da eine willkommene Alternative!
Der Text behandelt Lalo Cura, uns bekannt aus 2666. Weiß jemand aus welchem Kurzgeschichtenband die aktuelle Geschichte stammt? Aus einer der in Amerika in diesem Jahr erscheinenden? Oder gar aus einer bereits erschienenen und ich schalte mal wieder zu langsam?
“Preocupación de Lalo Cura” aus “Putas Assesinas”, Anagrama 2001, auch 2007. Bisher wohl nur auf Spanisch…
Lieber Herr Hillebrandt,
vielen Dank für die Ergänzung!
Lieber Herr Kleinemeier,
Harper’s ja, klar, allein für DFW’s “A supposedly fun thing…”
Liebe Grüsse
Jens
p.s.: Ich hoffe ja seit längerem, dass sich die wilden Leser demnächst einmal Wallace’ “Unendlichen Spass” widmen werden.
Wilde-Leser.de wird bei
http://de.wikipedia.org/wiki/Roberto_Bola%C3%B1o
als Weblink genannt!
@Dietmar Da könnte ich meine Finger im Spiel gehabt haben
@Jens Dass wir uns in naher Zukunft mit DFW beschäftigen ist sehr unwahrscheinlich. (Ich bin ausgesprochener Liebhaber, doch mehr von seinen Kurzgeschichten und Reportagen) Vielmehr wollen wir weiterhin die neuen und alten Veröffentlichungen von Bolaño durchgehen und zusätzlich viele seiner Einflüsse besprechen. So wird es in diesem Jahr wahrscheinlich auch noch ein größeres Projekt zu Julio Cortazars “Rayuela” geben, was bestimmt auch sehr, sehr interessant werden könnte!
Zu der Geschichte im New Yorker gibt es auch ein Interview mit dem Übersetzer: http://www.newyorker.com/online/blogs/books/2010/04/this-week-in-fiction-roberto-bolao.html
Cortázar, Julio
Rayuela. Himmel und Hölle .
Aus dem Spanischen von Fritz Rudolf Fries
Taschenbuch-Neuauflage, Suhrkamp, Sept. 2010 – ISBN 978-3-518-46057-3 14€
Ich glaube mit einem Vor- oder Nachwort des Bolaño-Übersetzers Christian Hansen. Vielleicht also ab September?
Ja, das sieht doch gut aus! Vielleicht gibt es dann auch nochmal ein wenig Presse zu dem Buch. Noch jemand dafür?
Gerade gefunden: Tlatelolco und ´68. Ich meine, ein lesenswerter Artikel:
http://www.goethe.de/wis/bib/prj/hmb/the/fol/de3701518.htm
“So wird es in diesem Jahr wahrscheinlich auch noch ein größeres Projekt zu Julio Cortazars “Rayuela” geben, was bestimmt auch sehr, sehr interessant werden könnte.”
Da weiß ich ja noch gar nichts von?????????????? Ich habe “Rayuela” schon gelesen. Natürlich wäre es interessant, sich mit diesem Roman hier zu beschäftigen. Aber wer glaubt denn, dass wir im September schon mit den Werken Bolanos fertig sind? Ich nicht.
Lieber Herr Gierth,
einschieben selbstverständlich, mit Bolaño werden wir nie fertig! Aber es kann doch nicht falsch sein, auch die Einflüsse von Cortázar oder Borges zu erforschen, wobei gerade Cortazars “Rayuela” in dem Artikel, auf den ich vom Goethe-Institut hinwies, als ein Kultbuch der 68ziger Generation erwähnt wurde. Ich habe es noch nicht gelesen und werde im September 14 Euro ausgeben, allein schon um den Beitrag von Christian Hansen zu lesen. aber ich lese es natürlich auch, wenn es hier nicht besprochen werden sollte. Danach können wir ja Bolaño wieder treu bleiben.
Einmal im Jahr könnte ein anderes Werk eines anderen Autors, der mit Bolaño in deutlichem Zusammenhang steht oder zu dessen Werken er sinnvoll kontrastiert werden kann, zusätzlich gemeinsam gelesen werden. Das könnte unter anderem durchaus “Rayuela” sein. Warum nicht schon in diesem Jahr?
Sollten wir jedoch absehbar in Zeitnot geraten, böte sich immer noch jeweils einer der Erzählbände folgender Autoren an: Borges, Rulfo, Cortázar, Onetti, Fuentes, García Márquez, Lezama Lima u. a.
(Gerade in der letzten Zeit habe ich die Dichte und Aussagekraft mancher Erzählungsbände zu schätzen gelernt. Nicht zuletzt auch über Roberto Bolaños “Telefongespräche”.)
@Landsberger
D´accord! “Der unerträgliche Gaucho” ist ein weiterer Erzählband Bolaños und die Geschichte “Zwei katholische Erzählungen” darin, hat mich sehr verstört…
Ich habe den Menüpunkt “Bolañisten durch Infos zu den beteiligten Personen erweitert. Wenn jemand seinen Eintrag verändern möchte, einfach melden!
Die wilden Leser bei Lovelybooks: http://www.lovelybooks.de/gruppe/285248714/roberto_bola_o/
Bin heute sehr im Stress und werde erst gegen Abend dazu kommen, die neuen Beiträge hochzuladen! Ich bitte um Entschuldigung!
Ich sammle doch so gern Interviews von Bolaño. Mir kam beinahe die vermessene Idee, irgendwo eine eigene Rubrik dafür zu schaffen. Ich finde, in diesen Interviews erfährt man immer etwas Authentisches über Bolaño:
http://www.gazette.de/Archiv/Gazette-27-August2000/Interview.html
Christian Hansen auf Literaturübersetzer.de: http://literaturuebersetzer.de/pages/feuilleton/hansen.htm
und spezifisch zu unserem Projekt: http://literaturuebersetzer.de/pages/uebersetzer/feuilleton.htm (der 2. Eintrag)
@Dietmar Hierfür soll die Rubrik “Medien” dienen, die ich gern mit Eurer Hilfe ausbauen möchte…bitte schickt mir also Links, Links, Links zu Bolaño!! Im Betreff bitte nur das Wort “Links” angeben! Alle Rubriken sollen dazu aufrufen, selbst beizutragen! Grüße
Sehr spannende Diskussionen dieses Wochenende! So werde ich sehr schnell unseren 1000. Kommentator beglückwünschen dürfen. Der 1000. Kommentar ist nicht mehr weit! Ich bin leider noch unterwegs, weshalb die Beiträge zu Kapitel 14 erst gegen Abend online gehen! Schönen Sonnentag!
Neben “Die Vergangenheit” von Alans Pauls, der 1959 in Argentinien geboren wurde, lese ich parallel noch “Der Fall Neruda” von Roberto Ampuero. Letzterer wurde wie Bolano 1953 in Valparaiso/Chile geboren. Bolano kannte Alans Pauls und hielt ihn für einen der “größten lebenden Autoren Südamerikas”. Sein Buch “Die Vergangenheit” finde ich genial. Ob Bolano auch Roberto Ampuero kannte, weiß ich nicht. Aber auch “Der Fall Neruda” ist ein richtig gutes Buch und so wunderbar zu lesen. Wenn meine Zeit es zulässt, werde ich noch mehr zu beiden Büchern schreiben.
Hab den Link zu LOVELYBOOKS versehentlich bei Medien kommentiert, besser ist aber hier:
http://www.lovelybooks.de/gruppe/285248714/roberto_bola_o/
Von Marvin gegründete Gruppe, die noch mehr Mitglieder braucht.
“Web 2.0″-technisch will ich mir ja nichts vorwerfen lassen. Also hier der tumblr zu Bolaño, auf dem ich gelegentlich Highlights unserer Seite veröffentlichen werde: http://bolano.tumblr.com/
@Kommentar-Plugin
Das die Anfänge der Kommentare angezeigt werden, finde ich sehr gut. Würde schon etwas vermissen, wenn es nicht so wäre!
& Bände “Argentinien bei Wagenbach” / pdf-Kartei, S.32:
http://www.wagenbach.de/images/stories/dokumente/vorschau.pdf
(Fast jeder dieser Bände ist bestens geeignet zum Vorstellen, Vorgestelltwerden oder noch besser – für eine gemeinsame Lektüre. Sogar Ernesto Sábatos “Der Tunnel” ist hier wieder zugänglich gemacht: im Deutschen früher auch unter dem Titel “Maria oder Die Geschichte eines Verbrechens” erschienen. Auch Pedro Orgambides “Tango für Gardel / Eine Romanbiographie” oder Asado Verbals Anthologie “Junge argentinische Literatur” oder Ricardo Piglias “Brennender Zaster” verdienen unsere sorgfältige und intensive Beschäftigung. All dies dürfte sich lohnen.)
Lieber günter,
stimmt, was du über die bei Wagenbach erschienenen Bücher schreibst. Hatte mir alle bestellt und heute abgeholt und gleich mit “Ein Tango für Gardel” von Pedro Orgambide angefangen. Es zieht mich total in seinen Bann, lässt sich hervorragend und entspannt lesen. Für kurze Besprechungen solcher Bücher müssten wir hier eine eigene Rubrik schaffen. Oder? In diese Rubrik könnten von mir auch “Die Vergangenheit” von Alan Pauls und “Der Fall Neruda” von Roberto Ampuero kommen. Letzteres habe ich gerade zu Ende gelesen.
“Ein Tango für Gardel”, lieber Andreas, interessiert mich von den 6 Wagenbach-Büchern im Moment auch am meisten.
@Neue Argentinische Literatur
Argentinien wird im Oktober Ehrengast der Frankfurter Buchmesse sein und die Idee der Vorstellung einiger besonders bemerkenswerter Bücher finde ich gut, jedoch weniger deren gemeinsame Lektüre. Ich finde 2 Nicht-Bolaño-Werke pro Jahr sollten genug sein, also z.B. “Rayuela” im Herbst. Ansonsten würde ich mich lieber auf neue noch nicht gelesene deutschsprachige Bücher Bolaños konzentrieren. Also z. B.:
Stern in der Ferne
Chilenisches Nachstück
Der unerträgliche Gaucho
Exil im Niemandsland
Die Naziliteratur in Amerika
Lumpenroman (August 2010, auch als Hörbuch)
Labyrinth (Erzählung)
Vielleicht auch mal einen Bolaño á la Thorsten Krämer auf Englisch. Also schlicht gesagt, auf dieser Seite sollte es um den manchmal sehr ausschweifenden und abschweifenden Roberto Bolaño gehen, vielleicht ohne allzu sehr abzuschweifen. Ich sehe auch “2666″ und DWD” noch nicht als zu den Akten gelegt.
Der “Lumpenroman” interessiert mich besonders, weil bisher wohl auch noch keine englische Übersetzung vorliegt. Original: “Una novelita lumpen”. Barcelona 2002. Deutsch: “Lumpenroman”, August 2010, Übersetzer: Christian Hansen! Erzählt die Geschichte eines Mädchens Bianca…
Georges Perec, der französische Schriftsteller und Filmemacher ist Wikipedia zufolge am 7. März 1936 in Paris geboren und am 3. März 1982 in Ivry-sur-Seine gestorben.
In RBs „Spaziergang durch die Literatur“, in der deutschen Übersetzung Heinrich von Berenbergs abgedruckt in RBs Essayband „Exil im Niemandsland / Fragmente einer Autobiographie“ (Berlin 2008, S.124 – S.135), knüpft gleich das erste der 57 Traumnotate des „Spaziergangs“ an Georges Perec an:
„Mir träumte, Georges Perec sei drei Jahre alt und käme mich besuchen, ich umarmte ihn, ich küsste ihn, ich sagte, er sei ein wunderhübsches Kind.“
Wenn man – nicht ganz zulässiger-, aber auch nicht ganz unzulässigerweise – den literarischen Träumer in den Notaten mit RB gleichsetzt, ist zu konstatieren, dass sich RB hier, drei Jahre vor seinem eigenen frühen Tod und 18 Jahre nach dem noch etwas früheren von Perec, in eine Begegnung mit GP als dreijährigem Kind hineinversetzt findet, zu einem Zeitpunkt, der sich 14 Jahre vor seiner eigenen Geburt befände. Es handelt sich sonach um den Traum von einer pränatalen Begegnung RBs als erwachsenem Träumer mit dem längst verstorbenen, ihm als eine literarische Bezugsperson unter einigen anderen besonders wichtigen George Perec als kleinem Kind. Wie sich die Zeiten und Lebensalter hier doch verschränken! Wie geschichtliche, geographische und Lebensgrenzen hier doch nicht mehr gelten! Wie hier der Jüngere auf einmal der Ältere zu sein scheint! Zu einem Zeitpunkt, als der eigentlich Ältere, aber inzwischen bereits Verstorbene, noch ganz klein gewesen ist und noch lange nicht der bedeutende wirkmächtige Schriftsteller.
Zum Künstler als einem kleinen Kinde, das zu ihm zu Besuch kommt und nicht umgekehrt, vermag RB in seiner Rolle als der Träumende Nähe und Bewunderung mitmenschlich einfach, ja liebevoll auszudrücken, rückhaltloser und intimer, als beim bewunderten Erwachsenen GP es je der Fall sein könnte. Und wir als Leser… werden dabei nicht vergessen dürfen, obwohl dies sehr leicht passieren könnte, dass es im Jahr 1939 war, als der reale George Perec drei Jahre alt geworden ist.
Schon der Tonfall des zweiten, etwas umfangreicheren Literaturspaziergang-Notats ist merklich ein anderer. -
Wie wäre es, wenn wir uns, es gleichsam buchstabierend, zunächst getrennt, aber gleichzeitig damit befassten und unsere (vorläufigen) Ergebnisse alsbald vorlegten und sie gegeneinander- oder auch zusammenstellten?
Ich hätte dazu große Lust.
„2
Auf halber Strecke, Vater, weder Fisch noch Fleisch, irren wir auf diesem großen Müllhaufen umher, gehen in die Irre, morden und bitten um Verzeihung. Manisch-Depressive in Deinem Traum, Vater, dem grenzenlosen, den wir tausend Mal ausgeweidet haben und weitere tausend Mal, lateinamerikanische Detektive, verirrt in einem Labyrinth aus Glas und Schlamm, durch den Regen reisend, Filme sehend, mit Greisen darin, die schreien, Sturm! Sturm! Mit einem letzten Blick auf die Dinge, aber ohne sie zu sehen, Gespenster, Frösche tief im Brunnen, Vater, verloren im Elend deines utopischen Traums, in der Vielfalt deiner Stimmen, Deiner Abgründe, depressive Maniker im unbetretbaren Saal der Hölle, wo Deine Witze braten.“
Begnügen wir uns doch hier fürs erste mit der deutschen Übersetzung der 2. Station der Traumwegstrecke von Roberto Bolaños „Spaziergang durch die Literatur“, ohne auf das spanische Original auch nur hinzublinzeln. Auch so schon ahne ich, dass der sprachliche Wechsel „Manisch-Depressive“ und „depressive Maniker“ dem Übersetzer Heinrich von Berenberg und seiner Wortwiederholungsvermeidungsmanie geschuldet ist. Ob die doppeldeutigen Appositionen des Übersetzungstextes auch schon im Originaltext zu finden sind, auch dies prüfe ich hier noch nicht nach, halte es immerhin für möglich.
Wie steht es aber mit der Anrede „Vater“?
Dürfte, müsste diese Anrede als eine an Gott gerichtete verstanden werden, erhielte der ganze Text – von Anfang an oder im Nachhinein – den Charakter eines verzweifelten Gebetes.
Wer ist aber mit „wir“ gemeint?
Als Hilfe zu einem womöglich besseren Verständnis werden ja einige Selbstcharakterisierungen und Erläuterungen gegeben, die dieses „wir“ etwas eingrenzen.
Der Sprecher dieser Wir-Gruppe, als wie groß und umfassend sie auch immer gemeint sein mag, sieht diese Gruppe, der er, ohne selber hier als Ich in Erscheinung zu treten, offenbar zugehört, in einem andauernden Zustand des Sich-Verirrens und des Sich-Verirrthabens. Der Ort dieser Irrfahrt, dieses In-die-Irregehens wird als ein „großer Müllhaufen“ bezeichnet. Wieder stellt sich – zusätzlich zur nahen Metapher „Kloake“ – eine ins Umfassendere gehende Assoziation ein: die vom „Müllplaneten Erde“, aber auch die vom „Schüdderump“ (Raabe) der Geschichte. Eine Parallelbenennung im Text selber gibt es außerdem noch: „ein Labyrinth aus Glas und Schlamm“. Darin habe sich die Wir-Gruppe, die hier – in erster Linie metaphorisch gemeint und wohl auch auf die Erkundungsversuche von Schriftstellern bezogen – mit „lateinamerikanischen Detektiven“ gleichgesetzt wird, verirrt. Aber noch mehr Synonyme zum Wir“ werden gebildet: Irrgänger, Mörder, Um-Verzeihung-Bittende, Manisch-Depressive, Traumfiguren im vom „Vater“ geträumten (großen? umfassenden?) Traum.
Aber wieso „auf halber Strecke“? Auf welchem Weg, mit welchem Ziel? (Darf ich hier an Hölderlins Zweistrophengedicht „Hälfte des Lebens“ denken? Oder an den Anfang der „Divina Commedia“ Dantes?)
Der „Vater“, so heißt es, habe einen grenzenlosen Traum gehabt (und träume ihn immer noch?) und „wir“ (die lateinamerikanischen Detektive und Schriftsteller? die ganze Menschheit?) hätten uns in diesem Traum verirrt, hätten uns „im Elend“ diese „utopischen (!, GFL) Traums“ „verloren“. „Vielfältig“ seien die „Stimmen“ des „Vaters“ und „vielfältig“ seine „Abgründe“. Die besonders enttäuschten, da zuvor manischen Utopisten nehmen in ihrer aus der Erfahrung des Verirrtseins (und zwar eines ausweglos erscheinenden) erwachsenen Depression den Zustand endgültigen Scheiterns bereits vorweg: Sie befinden sich innerlich bereits in einem „Saal der Hölle“, ohne äußerlich dort schon angelangt zu sein. Ist dieses paradoxe Bild „vom unbetretbaren Saal der Hölle“, in dem sie sich dennoch zugleich auch schon befinden, sofern sie sich „im Elend“ des „utopischen“ Vater“traums verloren“ haben, nicht bereits die Vorwegnahme dessen, was sich für RB unter der Chiffre „2666“ wohl verborgen haben mag. So will es mir jedenfalls scheinen, wohl wissend, dass ich dabei ganz meiner Intuition folge.
Gleichviel. Die apokalyptischen, endzeitlichen Töne in diesem Text sind nicht zu überhören: „Sturm! Sturm!“ -
PS.:
Vielleicht wäre es ein guter Rat, den Text versuchsweise auch einmal als Bolaños Antwort auf Nietzsches Parabel- und Grundtext der Moderne „Der tolle Mensch“ zu lesen (darin: „wir haben ihn getötet“, „wir Mörder aller Mörder“) und vielleicht auch als dessen heutige Ergänzung.
Lieber Günter, ich werde später aus deinen Notizen zum Spaziergang eine eigene Rubrik machen.
Stört es eigentlich wen, dass in der aktuellen Diskussion mittlerweile so viel gescrollt werden muss? Ich würde die ältesten Kommentare dann löschen.
Herr Landsberger sollte an dieser Stelle keinen Spaziergang machen. Einzelne “Notate” würde ich hier schon gar nicht besprechen. Ein wohlüberlegter herausgearbeiteter Beitrag zum “Spaziergang durch die Literatur”, gerne auch mit spanischem Originaltext verglichen und mit allen religiösen Implikationen. Aber hier dachte ich wäre dir Möglichkeit, kurze Hinweise oder aktuelle Mitteilungen abzugeben. Diesen einen Beitrag können wir dann ja 1000fach kommentieren.
Die Kritik, die der letzte Kommentar von D. Hillebrandt impliziert, mag durchaus berechtigt sein. Den Ton, in dem sie geschrieben ist, finde ich völlig unangemessen. “sollte (…) keinen”, “schon gar nicht”, “wohlüberlegter (…) gerne”, das Fettgedruckte, die Ironie … Was soll das? Aber bitte meinen Beitrag jetzt nicht 1000fach kommentieren!
Wissen Sie was mir nicht gefällt, Ihr oberlehrerhafter Ton! Ich habe für meine Verhältnisse versucht, mich dezent auszudrücken und dafür brauche ich nicht Ihre Zustimmung oder Ablehnung! Lernen Sie bitte, weniger empfindlich zu sein und sich zur Sache zu äußern.
Ich hab den Beitrag hierhin platziert, damit ihn Marvin an eine andere Stelle setzen kann und ihn hier wieder löscht. (Und er hat es ja bereits so angekündigt.) Was soll’s?
Von dort aus hätte ich das Ganze zusammenfassend schon weiter geführt. Und ganz knapp. Nur schien mir das Notat Nr. 2 für den ganzen “Spaziergang” exemplarisch zu sein.
Natürlich kann ich mich irren. Aber ich habe ja jetzt (endlich!) in D. H. einen besonders kompetenten Vormund gefunden. Und bin ja schon ganz still.
Lieber Herr Hildebrandt, hab ich mich beschwert, als Sie seinerzeit meine Übersetzung von RBs Gedicht “Entre las moscas” – kaum verändert – als ihre nun eigene herausgestellt hatten? Und beharrlich “moscas” (Fliegen) mit dem deutschen Wort “Mücken” übersetzt haben? Altklug kann ich selber sein.
Und weil ich irgendwie nun doch schon wieder das Wort habe, nur noch folgender Hinweis: die lateinische Wendung im spanischen Notat Nr.5 wird in der deutschen Übersetzung falsch zitiert: “Nosotros, los NEC SPES NEC METUS.” (“Wir, die NEC SPE, NEC METUS.” heißt es da. / Wegen eines Druckfehlers oder Versehens fehlt das S in SPES / – Siehe da, sogar kleinlich kann ich sein.)
Wie wäre jetzt zu übersetzen, lieber Herr Hildebrandt?
“Wir, weder Hoffnung, noch Furcht”? Wir ohne Hoffnung und Furcht? Wir, die wir weder Hoffnung noch Furcht kennen? Passt das zum Schlussbild von “Amuleto”? Oder zur Danteschen Hölle? “Lasst alle Hoffnung fahren”. -
Honny soit, qui mal y pense.
@Landberger
Ab jetzt schweige ich wie eine Mücke vor so viel Allwissenheit und schützen Sie ihre Übersetzungen mit einem Copyright, Sie haben nie verstanden, warum ich mit “Mücken” übersetzt habe. Ein Wörterbuch hilft Ihnen da auch nicht weiter! Allerdings meinen Nachnamen sollten sie nicht permanent falsch schreiben.
Lieber Hillebrandt,
ich entschuldige mich -
für die ehrlich ungewollte Fehlschreibung.
In den letzten beiden Wochen habe ich sogar gelegentlich meinen eigenen Namen falsch geschrieben. Mein PC hat gelegentlich gehakt. Und einige Buchstaben verschluckt.
(Sie können das gerne nachprüfen.)
Warum Sie inhaltlich bewusst “Mücken” geschrieben haben, ist mir schon klar. Ist ja auch legitim. Ist nur keine Übersetzung, sondern eine Neugestaltung; was auch legitim ist, nur dann vielleicht eben nicht als Übersetzung ausgegeben werden sollte. Gleichviel. (Ich hätte ja nie etwas dazu gesagt.)
Und was soll dieser unnötige Kleinkram mit “Allwissend”?
Seien Sie ganz sicher, ich weiß sehr genau, dass man – ganz allgemein – je mehr man weiß, auch erkennt, wie wenig man weiß. Dünkelhaft bin ich nie gewesen. Und ich kenne meine Grenzen sehr genau. Gerade deswegen freue ich mich über den gedanklichen Austausch hier – ohne Oberlehrerhaftigkeit und unter erwachsenen Menschen ohne ewig schülerhafte Ressentiments.
Mein Ideal ist seit jeher nicht der Brotgelehrte, sondern sein Schillersches Gegenstück. –
Nun bin ich gespannt, wenn man sich endlich wieder zur Sache selbst äußern wird, nachdem mein Beitrag von Marvin, wie angekündigt, an einer eigenen Stelle platziert worden ist. Wenn dann keine Äußerungen dazu kommen sollten, nehme ich es auch hin. Ich hatte nur gedacht, mein Beitrag könnte vielleicht einer sachlichen Diskussion förderlich sein, zumal Sie selber, lieber Herr Hillebrandt, kürzlich davon schrieben, dass Sie sich über RBs religiöse Einstellung noch kein klares Bild gemacht hätten.
Vielen Dank, lieber Marvin, für die Platzierung meines “Spaziergang”-Begleittextes jetzt an einem eigenem Ort; so, wie Du es ja bereits angekündigt hattest. (Bei Bedarf könnte ich meinen Beitrag gerne zusammenfassend ergänzen.)
Wir sind in der Kategorie “Kunst und Literatur” für einen Besucher-Award nominiert. Bitte fleißig für uns abstimmen! http://www.besucher-award.de (Oben auf Abstimmungen gehen und dann links die Kategorie “Kunst/Literatur” auswählen)
Ein Literaturtipp. Habe das Buch noch nicht gelesen. Habe es heute im Buchladen entdeckt. Und zwar “Der schwarze Palast” von Horacio Castellanos Moya. Bolano schreibt über ihn: “Castellanos Moya ist der einzige Schriftsteller meiner Generation, der weiß, wie man vom Terror erzählt. Gleich welcher Couleur, Nationalisten hassen ihn. Sein Humor ist so präzise wie eine Zeitbombe und bedroht die zerbrechliche Ruhe der Schwachsinnigen, die nach Lektüre seiner Bücher von dem unkontrollierbaren Drang gepackt werden, ihn vor dem Rathaus aufzuhängen. Ich kann mir keine größere Ehre für einen Schriftsteller vorstellen.” Bei Fischer erschienen.
Keine 10 Tage mehr. Ich bin sehr gespannt auf unser gemeinsames Lesen und Kommentieren von “Chilenisches Nachtstück”. Immerhin hat Susan Sonntag von ihm gesagt: “‘Chilenisches Nachtstück’ gehört zu den ganz seltenen zeitgenössischen Büchern, die dazu bestimmt sind, einen festen Platz innerhalb der Weltliteratur einzunehmen.” Helfen wir ihm dabei ein bisschen. Ich freue mich auf interessante und spannende Beiträge.
Hallo,
ich bin hier neu und momentan auf der Suche nach Aufsätzen, Links usw., die sich an die Decheffrierung der Anspielungen auf deutschen Autoren/Verleger etc des ersten und letzten Teils von 2666 gemacht haben. Ernst Jünger ist natürlich als allererste überhaupt erwähnter Autor als Vorbild für Archimboldi offensichtlich, auch wenn Pelletier später einen Aufsatz schrieb, an dem sich die Wege Jüngers und Archimboldis trennten. Ich meine auch Johnson (Porträt von Archimboldi als junger Mann), Dr. Unseld und diverse andere übliche Verdächtige wiederzuerkennenn.
Danke Wolfgang
Hallo Wolfgang,
einige Fingerzeige hierzu haben wir unter http://www.wilde-leser.de/?p=539#comments hier unterlegt.
Am 30. Mai 1994, heute genau vor 16 Jahren, starb in seinem Madrider Exil 84jährig der nicht hoch genug einzuschätzende, am 1. Juli 1909 in Montevideo geborene Schriftsteller Juan Carlos Onetti. Viele seiner Romane und Erzählungen (darunter – unter seinen vielen guten – auch sein bekanntester: “Das kurze Leben”) sind zunächst in Buenos Aires erschienen. Sein Leben lang lebte er vornehmlich in Montevideo, Buenos Aires und seit 1975 als Exilautor in Madrid.
Tagung 59 Tagung 59
Der andere Blick. Aspekte der argentinischen Gegenwartsliteratur
02.07.2010 – 04.07.2010
–:–
Gegenwartsliteratur aus Argentinien, Gastland der Buchmesse
Evita, Präsidentengattin und Musicalfigur; Diego Maradona und die grazile Form des Fußballs; Tango und Steaks; Buenos Aires und die Vielfalt eines der größten Kulturzentren Lateinamerikas – das sind für viele die ersten Assoziationen, wenn das Stichwort Argentinien fällt. In diesem Jahr feiert das Land 200 Jahre Unabhängigkeit von Spanien und ist Ehrengast der Frankfurter Buchmesse. Argentinien ist aber auch das Land mit einer der faszinierendsten, manchmal widersprüchlichen, immer überraschenden und innovativen Literaturen des ganzen Kontinentes. Es blickt auf eine lange literarische Tradition und international erfolgreiche Autoren wie Jorge Luis Borges, Julio Cortázar und Silvina Ocampo zurück. Fantastische Literatur und politisches Engagement gingen vor dem Hintergrund der vielen unterschiedlichen Kulturen, der Diktaturen und der eigenständigen Formen des Widerstands charakteristische Verbindungen ein. Das Leben der jüngeren Generation ist von diesen spannungsvollen Traditionen geprägt. Pablo Ramos beschreibt in seinem autobiografischen Roman „Der Ursprung der Traurigkeit“ humorvoll und mit scheinbar kindlicher Leichtigkeit den Weg eines Jugendlichen aus den Randbezirken von Buenos Aires mitten hinein in den Dschungel einer Gesellschaft, die kurz vor dem Zusammenbruch zu stehen scheint. Laura Alcoba ist der fesselnde Bericht über das Leben in einer Diktatur aus der Perspektive einer Siebenjährigen gelungen. Das als Kaninchenfarm getarnte Elternhaus diente der Widerstandsbewegung in den 1970er Jahren als geheime Druckerei. Die Eigenheiten von Politik und Poesie in einem südamerikanischen Land werden so erschreckend und anrührend zugleich deutlich. Auch Marcelo Figueras geht in seinem Roman „Kamtschatka“ auf die Zeit nach dem Militärputsch von 1976 ein. Ein regimekritischer Anwalt taucht mit seiner Familie in einem abgelegenen Landhaus unter. Was für die Eltern bitter-gefährliche Überlebenstechnik ist, wird für die Kinder zu einem scheinbar grandiosen Abenteuer. Argentinien und die argentinische Literatur sind geprägt von einer Dynamik der Widersprüche. Die Auseinandersetzung mit den aktuellen Romanen ist aber nicht nur eine Einführung in das Land und unsere Beziehungen zu ihm, sondern auch eine Einführung in die Möglichkeiten der Poesie, das zur Sprache zu bringen, was sonst ungesagt bleiben würde. Die besondere Perspektive der Kinder und Jugendlichen macht deutlich, dass die Vergangenheit alles andere als vergangen ist. Diese Realitäten mit ihren Zwischentönen und ihrer Bedeutung für unsere Gegenwart will die Tagung aufspüren und vermitteln.
mit Corry von Mayenburg, litprom, Frankfurt am Main; Dipl.-Bibl. Dörte Melzer, Büchereifachstelle der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW), Bielefeld; Dr. Rüdiger Sareika, Evangelische Akademie Villigst
Veranstaltungsort Evangelische Akademie Arnoldshain, Schmitten/Ts.
Anmeldung und Information Ulrike Pietsch
Iserlohner Str. 25
58239 Schwerte
Tel: 02304 755-325 02304 755-325
Fax: 02304 755-369
u.pietsch@kircheundgesellschaft.de
Einzelzimmer m. Vollpension: 100,00 €/erm. 62,50 € Doppelzimmer m. Vollpension: 85,00 €/erm. 42,50 € ohne Übernachtung/Frühstück: 60,00 €/erm. 30,00 € zuzüglich Tagungsgebühr: 50,00 €/erm. 25,00 € Wir bitten, die Tagungskosten bei Ankunft zu begleichen. Sie können mit EC-Karte bezahlen. Die ermäßigten Preise gelten für SozialhilfeempfängerInnen, Arbeitslose, Wehr- und Zivildienstleistende sowie für SchülerInnen, StudentInnen und Auszubildende bis zum Alter von 35 Jahren. Eine Ermäßigung kann nur bei Teilnahme an der gesamten Tagung gegen Vorlage einer entsprechenden Bescheinigung gewährt werden.
Heute im Büchermarkt des Deutschlandfunk, bald wohl auch archiviert und damit online zugänglich:
16:10 Uhr
Büchermarkt
Aus dem literarischen Leben
- “Künstler der Schaufel.
Erzählungen aus Kolyma 3″
Zwei Zyklen über die Welt der
sibirischen Lager des
russischen Schriftstellers
Warlam Schalamow
“Asado Verbal” Junge
argentinische Literatur
“Die Wahrheit über die
Zukunft”
Erzählungen der
jungen argentinischen Autorin
Samanta Schweblin
@Alle Sehr wichtig: Ich habe eine Mail von Dietmar erhalten, der immernoch starke Probleme beim posten von Kommentaren hat. Geht es Euch auch so?
Ich kann keinen Fehler finden, die Error Meldungen, die ich abrufen kann, haben nichts mit den Kommentaren zu tun. Genügend Webspace (erst 40% belegt) und Traffic (Wir benutzen gerade mal 5% des vorhandenen Traffics) sind vorhanden. Zudem sind wir mit der Seite bei Strato, einem eigentlich sehr bekannten und zuverlässigen Anbieter.
Wer hat noch Probleme? Oder keine Probleme? Einfach ein paar Rückmeldungen wären sehr hilfreich!
Keine technischen Probleme bei mir, nur Zeitprobleme im Moment.
Im November erscheint “Die Naziliteratur in Amerika” neu als TB im Fischer Taschenbuch Verlag:
http://www.fischerverlage.de/buch/Die_Naziliteratur_in_Amerika/9783596187669?_navi_area=&_navi_item=&_letter=
Der im August als Taschenbuch erscheinende “Lumpenroman” (Una novelita lumpen) wird im Januar 2011 von der Chilenin Alicia Scherson verfilmt!
http://www.publico.es/culturas/292804/chilena/alicia/scherson/adapta/roberto/bolano
Herzlichen Gruß
Dietmar
Ps: Den Beitrag von Aléa Torik finde ich bemerkenswert gut!
Der letzte Kommentar sollte eigentlich unter Dietmars Namen veröffentlicht werden. Da er weiterhin Probleme mit der Veröffentlichung hat, habe ich ihn hochgestellt.
Ein sicher sehr interessanter französischer Sekundärliteraturband einer Tagung von 2006, der sich überwiegend mit “Nocturno de Chile” befasst. In der Vorschau bei Google Books erfährt man etwas über die Tagebücher Ernst Jüngers und die Begegnung mit dem “consul de chili”.
http://books.google.de/books?id=A-1otutx69cC&printsec=frontcover&source=gbs_v2_summary_r&cad=0#v=onepage&q&f=false
Vielen Dank für den interessanten Link!
Es ist so verdammt ruhig hier geworden, da poste ich doch einmal frech einen Link, der sich auf die Gedichte Bolaños bezieht. Er verweist auf einen englischen Blog, wo jemand Bolaños Gedichte ins Englische übersetzt:
http://launiversidaddesconocida.wordpress.com/
Noch etwas Eigenwerbung in Sachen Gedichte Bolaños hinterher:
http://buecherblog.spaces.live.com/blog/cns!F1F8D76F248E102E!559.entry
Liebe Bolanisten,
eine kurze Frage: Ich erinnere, dass wir hier schon einmal über den Campingplatz gesprochen haben, auf dem Bolano in Spanien seinerzeit als Wächter gearbeitet hat. Kann mir bitte jemand sagen, welcher das war?
Danke, Andreas
Zwei Links (von Nadine und dem Buecherblogger) findest Du in den letzten Kommentarbeiträgen unter http://www.wilde-leser.de/?p=144
In den nächsten zwei Stunden wird es zu Merkwürdigkeiten auf der Seite kommen, da ich auf argentinischen Monat umstelle…
“Genug ist nie genug. Genug kann nie und nimmermehr genügen” … –
Scherz beiseite. Es ist nicht zu viel und nicht zu wenig.
Wir dürfen gespannt sein.
(Mir fiele ggf. noch jemand ein, der sich als Übersetzer und Referent insbesondere im Bereich der argentinischen Lyrik recht gut auskennt.)
Den Beitrag zu Antonio Porchia wird es erst morgen geben… Es sind noch einige Kleinigkeiten meinerseits zu regeln. Aber: Man darf gespannt sein!
Jetzt wird es argentinisch! Start unseres Programms mit dem Artikel zu Antonio Porchia von seinen Übersetzern Juana und Tobias Borghardt. Viel Spaß und neue Anregungen!
Herzlich,
Euer Redaktions-Che
Borges Pauls : Kehlmann Hoffmann
Dario : Kafka
Cortazar : Rilke
Puig Saer : Tellkamp Goethe
Piglia Hernandez : Brecht
Martinez : T.Mann Schiller
Sarmiento B. Cesares : Grass Heine
Literatur-WM: 3. Juli 2010 ARG : GER
Sorry, eigentlich sah das Bild oben wie ein Fussballfeld aus, wie die Mannschaftsaufstellung für das Spiel, wie es jetzt ist wirkt es nicht.
Kannst Du das bitte löschen, Marvin?
Danke!
Gruß Herbert
Mit Rilke und Kafka gibt es durchaus passend eine “böhmisch”-österreichische Komponente unter den deutschsprachigen Autoren!
Aber warum Ödön von Horváth nicht aufgestellt wurde, nicht nur wegen seiner “Legende vom Fußballplatz”, und warum Peter Handke nicht, wegen seiner “Angst des Tormanns vor dem Elfmeter”, und warum Robert Menasse nicht, wegen seines einst in der Nationalmannschaft spielenden Vaters, weiß ich nicht. Nebenbei: Auch F.C.Delius (mein Jahrgang!) könnte sich beschweren; hat er doch so eindringlich an den “Sonntag” erinnert, “an dem ich Weltmeister” 1954 “wurde”.
@Günter
Tut mir leid, es war eine spontane “Aufstellung”, es waren die Namen, die mir zuerst eingefallen sind, ich habe vergessen an den Bezug zu denken und es wäre sicher besser gewesen, ich mich ließe mich vorher beraten
Zum Glück gibt es ja Auswechselspieler
http://www.facebook.com/home.php?#!/photo.php?pid=281940&o=all&op=1&view=all&subj=111157448911083&aid=-1&id=100000562587990&fbid=134870049875080
Facebookfoto mit einer möglichen Aufstellung argentinischer und deutschsprchiger Autoren, es soll ja auch etwas anderes als Fußball geben
Heute schon einmal das Aira-Portrait. Die beiden Bücher kommen am Sonntag, inklusive einiger Verlosungen…
Marvin, vielleicht solltest du für die nächsten Tage noch einen dezenten Trauerflor in die argentinische Flagge einarbeiten…
)
(Wenn wir hier schon über Fußball reden…)
Ernst Bloch hatte vorsorglich keine Hoffnung ganz ohne Trauerflor gesehen.
Wer hätte gedacht, dass wir mit unserem argentinischen Monat Aufbauhilfe für ein am Boden liegendes Land leisten müssen?
Herbert Debes hat auf seiner Seite http://www.glanzundelend.de/startseite.htm sehr schön auf unser Projekt aufmerksam gemacht! Denn Argentinien hat mehr zu bieten als Maradona uns co.
Geht es nur mir so, dass ich kein richtiges Ergebnis bekomme, wenn ich zu folgendem “Post” per Mausclick vorzustoßen versuche?
02.07. César Aira Autorenportrait
Ich lande vom Fahrplan aus bei “Martín Fierro”, der “optimale Startpunkt” hat Verlinkungsfehler und ist nicht aktuell, aber Marvin ist ja auch nur ein Mensch…
Wird heut Abend alles behoben!
Einem deutschen Jahrgangsgenossen von Roberto Bolaño, nämlich dem Schriftsteller Reinhard Jirgl, wurde heute der diesjährige Georg-Büchner-Preis zugesprochen. Gratulation!
In den unter dem Titel “Schreiben – das ist meine Art, in der Welt zu sein” veröffentlichten “Gesprächen in Briefen mit Reinhard Jirgl” fand ich folgenden Passus: “Was das politische Eingreifenwollen per Schrift angeht, so wußte bereits Oscar Wilde, daß mit der Schreibfeder keine Revolution und mit einem Pflasterstein kein Buch zu schreiben sei. Und wenn Georg Büchner den “Hessischen Landboten” verfaßte, so hat er dies ausdrücklich nicht als Schriftsteller getan, der politisch einzugreifen gedachte, sondern als Bürger, der schreibend seine Meinung kundtun wollte. Das ist ein großer Unterschied.” (in: Reinhard Jirgl: “Land und Beute / Aufsätze aus den Jahren 1996 bis 2006″, München 2008, S.161)