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Abschlussrunde

Am Ende der Nacht (Teil II)

29.12.09 | Link | 34 Kommentare

Zum Abschluss hat zwei666.de einige der regelmäßigsten Bolaño-Kolumnisten der vergangenen Monate gebeten, einige Fragen zum Roman in möglichst wenigen Sätzen zu beantworten. Die Antworten werden in den Tagen bis zum neuen Jahr hier in drei einzelnen Beiträgen veröffentlicht.

- Gibt es Teile des Romans, die erst im Rückblick Sinn ergeben?

Jürgen Lübeck: Nein. Im Gegenteil, Der Teil von Fate, das lange Erzählen vor der Reise nach Mexiko, bleibt für mich weitestgehend “unnötig” (oder eben unverstanden).

Günter Landsberger: Ich hatte immer das Gefühl, dass das Ganze einen Sinn ergibt. Einen Nachholbedarf habe ich allenfalls bei der Erkundung des Verhältnisses von Teil II zum Ganzen.

Dietmar Hillebrandt: Ich glaube, dass die ursprüngliche Konzeption, fünf separate Bücher zu veröffentlichen, quasi als abgeschlossener Zyklus besser gewesen wäre. Figuren und Handlungen wiederholen sich zwar, eigenständig sind die Teile aber doch auch. Endgültig fertig waren sie noch nicht, das merkt man ihnen an. Der erste hört zu abrupt auf, der zweite ist zu kurz, der dritte hätte auch noch Erweiterungspotential gehabt, der vierte ist zu sehr eine Materialsammlung, eher zu lang. Die fünf Teile hießen auch nicht jeweils “Der Teil von…, sondern schlicht “Die Kritiker”, “Amalfitano”, “Fate”, “Die Verbrechen” und “Archimboldi”, den ich noch nicht kenne.

Andreas Gierth: Nicht wirklich. Der Sinn hat sich über das Lesen Teil für Teil erschlossen.

Thorsten Wiesmann: Alles ergibt erst mit dem Schluss Sinn.

Marvin Kleinemeier: Ich glaube nicht, dass die Romane einzeln funktioniert hätten. Eine Aufteilung in fünf Veröffentlichungen hätte fünf ganz gute Romane hervorgebracht, aber erst die Konstellation macht das ganze für mich zu einem großartigen Stück Literatur.

-

- War der Schluss für Dich befriedigend?

Thorsten Wiesmann: Der Schluss ist wundervoll.

Andreas Gierth: Durchaus. Ich habe keine Auflösung erwartet.

Jürgen Lübeck: Ja, doch.

Günter Landsberger: Für mich ja.

Dietmar Hillebrandt: Kann ich noch nicht sagen.

Marvin Kleinemeier: Die “Befriedigung” stellte sich bei mir schon vor dem fünften Teil ein, der Schluss konnte mich also gar nicht enttäuschen.

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