Für R.B.
Zwischen den Seiten
X, ein trojanischer Dichter,
nach tausenden von Jahren unbekannt,
schrieb über sein Leben, seine Welt,
die nun unsere ist, die Frauen, die Gewalt, das Böse,
die Literatur aller Zeiten vor und nach ihm.
Er wollte dem sinnlosen Nichts
einen Schleier von Hoffnung abgewinnen,
er schrieb von tapferen Verlierern und ihrer Schuld.
Den Klang seines Namens singt morgen nur noch der Wind.
Seine Bücher werden an keiner Wäscheleine mehr hängen
und er konnte uns nicht einmal sagen,
ob es sie je gegeben hat:
Die freien Menschen.
Auf dem offiziellen Blog des National Book Circle Board of directors wird seit einigen Tagen eine Kolumne mit dem Titel “What Bolaño read” veröffentlicht. Hier die Einleitung:
Over the next two weeks, we’ll be hosting “What Bolaño Read,” a series of posts by Tom McCartan charting the reading habits of Roberto Bolaño, the Chilean novelist, poet, and short story writer who won the National Book Critics Circle Award for fiction for 2666 this year. Bolaño was a prolific writer, the author of numerous books, including 2666, The Savage Detectives, and By Night in Chile, but he was also a dedicated reader–and his diverse reading influenced his work in many ways. The series celebrates the publication of Roberto Bolaño: The Last Interview & Other Conversations, which is just out from Melville House, with an introduction by recent NBCC board member Marcela Vales.
Diese kleinen Artikel finde ich so interessant, dass ich beschlossen habe, sie hier zu verlinken. Viel Spaß:
What Bolaño Read
Ebenfalls sehr interessant:
In his “Intellectual Affairs” column, NBCC board member Scott McLemee wrote yesterday about his conversation with Marcela Valdes, herself a former board member who wrote the introductory essay in The Last Interview and Other Conversations.It’s a fascinating conversation, ranging over issues from the status of translation in American literary culture to the critical predilections of the author. And it whets the appetite for the translated collection of Bolano’s nonfiction writing, which Valdes notes should arrive in 2011.
Hier gehts zum Artikel A Gladiator of Letters.
Ein Roman, der ausschließlich von einer Handlung ausgeht, einer linear erzählten oder auch nicht linear erzählten Handlung, der lediglich auf einer in- und auswendig bekannten Handlung basiert, die man jedoch nicht so sehr in unserem, sondern im 19. Jahrhundert in- und auswendig kannte, diese Art von Roman hat sich erschöpft. Man wird solche Romane weiterhin schreiben, sehr lange noch, aber dieser Romantyp hat sich erschöpft. Und nicht weil ich es jetzt sage, sondern weil er sich bereits seit sehr vielen Jahren erschöpft hat. Nach “Über Helden und Gräber” von Ernesto Sábato kann man im Spanischen keinen solchen Roman mehr schreiben, nach “Morels Erfindung” von Bioy Casares kann man keinen Roman mehr schreiben, in dem das einzige, worauf es ankommt, die Handlung ist, und wo es sonst keine Struktur gibt, kein Spiel, keine Stimmen, die sich kreuzen.
D.R. (c) Editorial Candara, teveunam, Erik Haasnoot 2008.
Vielen Dank an den Hanser Verlag, für die freundliche Bereitstellung dieser Übersetzung.
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